Resilienz

Resilienz unterstützt den Anpassungsprozess an stressvolle Lebensereignisse (Gilan et al., 2018).

Resilienz ist kein Schutzschirm, der stressvolle Einflüsse von uns fernhält. Vielmehr lernen wir, mit ihnen umzugehen, sie in unser Leben zu integrieren und an ihnen zu wachsen. Deshalb wird Resilienz auch als „Immunsystem“ für unsere Psyche bezeichnet. Auch dieses muss sich immer wieder auf neue Einflüsse von außen (Erreger) einstellen und mit ihnen umgehen.

In meinen Seminaren arbeite ich mit diesen resilienzförderlichen Grundhaltungen:

  • Achtsamkeit
    also das aktuelle Erlebnis bewusst und akzeptierend wahrzunehmen. Sie bildet die Grundlage für Selbstfürsorge und Gelassenheit
  • Mitgefühl
    also das Wahrnehmen von Leid und die Bereitschaft etwas dagegen zu tun. Mitgefühl ist gelebte Selbstfürsorge. Selbstmitgefühl ist beispielsweise eine Facette, die viele positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat (Neff & Germer, 2022).
  • Werteorientierung
    also die Orientierung unseres Handelns an selbst gewählten und für uns bedeutungsvollen Werten. Geht die Verbindung zu unseren Werten verloren, ist das eine der größten Quellen für negativen Stress (Hayes, 2019)

Außerdem lernen die Teilnehmenden verschiedene Strategien kennen, um mit stressvollen Lebensereignissen umzugehen

  • Umgang mit Gedanken
    Gedanken sind geistige Ereignisse und spiegeln nicht unbedingt die Realität wider. Verschiedene Strategien können helfen, einen hilfreichen und flexiblen Umgang mit Gedanken zu etablieren.
  • Umgang mit Gefühlen
    Gefühle versetzen unseren Organismus in Erregung. Sie stellen Energie bereit, die wir zur Bewältigung bestimmter Situationen benötigen. Wissen über die Entstehung unserer Gefühle und ein hilfreicher Umgang sind eine wichtige Voraussetzung für das emotionale Gleichgewicht.
  • Handeln
    Handeln versetzt uns in die Lage, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Strategien aus der Motivationspsychologie können helfen, diese Handlungen zu planen und umzusetzen.

Referenzen

Entwicklung und Durchführung eines Resilienzseminars (mit Handbuch) für den Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Literatur

Germer, C., Siegel, R. & Fulton, P. (2016). Mindfulness and Psychotherapy (2. Aufl.). Guilford Press.

Gilan, D. A., Kunzler, A., & Lieb, K. (2018). Gesundheitsförderung und Resilienz. PSYCH up2date, 12(02), 155–169. https://doi.org/10.1055/s-0043-121606

Hayes, S. C. (2019). A liberated mind: The essential guide to ACT. Vermilion.

Neff, K., & Germer, C. (2022). The Role of Self‐Compassion in Psychotherapy. World Psychiatry, 21(1), 58–59. https://doi.org/10.1002/wps.20925

Oettingen, G. (2017). Die Psychologie des Gelingens (U. Strerath-Bolz, Übers.; Vollständige Taschenbuchausgabe). Droemer.

Segal, Z., Williams, M., & Teasdale, J. (2018). Mindfulness-Based Cognitive Therapy for Depression (2. Aufl.). The Guilford Press.

Stierle, C. M. G. (2022). Compassion focused therapy in der Praxis: Mit e-book inside und Arbeitsmaterial (1. Auflage). Beltz.